warnung: ich denke, das wird ein längerer blog eintrag, denn wenn man innerhalb weniger tage eine strecke von guten 400 km mehrfach alleine im auto von einer alten heimat in die neue heimat hinter sich bringt, hat man jede menge zeit, sich gedanken zu machen. zum beispiel darüber, wo eigentlich „zu hause“ ist. das jedenfalls ist ein gedanke, der mich gestern abend/nacht auf dem weg von düsseldorf zurück nach hamburg doch ziemlich beschäftigt hat. und wie immer hätte ich genau da gerne ein gerät gehabt, dass meine gedanken direkt irgendwo niederschreibt. oder zumindest ein diktiergerät (vielleicht sollte ich mir so was mal anschaffen?!), dem man seine gedanken direkt, pur und ungeschnitten mitteilen kann. später verwässert immer alles ein wenig bzw. wird dann doch unbewußt vom denkenden selbst zensiert, analysiert oder einfach auch vergessen. weil mich der gedanke mit dem zu hause aber auch heute morgen noch beschäftigt hat, hab ich beschlossen, aus ihm einen blogeintrag zu machen. wer lieber bilder denn worte mag, hat entweder schon nach dem ersten worten aufgehört zu lesen oder tut es gleich. aber hier wird ja auch keiner zum lesen gezwungen. und selbst wenn es niemand liest… ich muss das mal zu ende spinnen.
also: zu hause. das war früher bei meinen eltern. keine frage. als ich ungefähr 6-7 jahre alt war, sind wir innerhalb des dorfs, in dem ich gross geworden bin, einmal umgezogen, aber danach gab es für die familie keine weiteren umzüge. zu hause war immer auf der lisztstraße. und selbst nachdem meine schwestern und ich nach und nach ausgezogen sind, war immer noch klar, dass man, wenn man von „zu hause“ sprach, nicht die eigene wohnung meinte (das war dann eher „bei mir“), sondern der ort, an dem wir gross geworden waren. aber dieses zu hause gibt es nicht mehr. nachdem sie über 20 jahre dort gewohnt haben, haben meine eltern sich vor ein paar jahren dazu entschieden endlich mal raus aus dem dorf nach düsseldorf in die stadt zu ziehen. und seitdem ist alles anders und ich für meinen teil fahr, wenn ich sie besuche „zu meinen eltern“. ich fühl mich da immer wie ein besucher und nie wie „zu hause“. klar neue wohnung und beinahe völlig neue möblierung. aber das ist es nicht. was mir fehlt sind meine schwestern (auch wenn eine da zwischenzeitlich übergangsweise wohnt) und die action vergangener zeiten. bei uns zu hause gab es immer besuch, wurde immer irgendwer mitgebracht und war ehrlich gesagt selten ruhe. leben in der bude wie man so schön sagt. und das ist es was fehlt. das ist es, was mir immer in düsseldorf gefehlt hat und was in köln definitiv am start war. menschen, lachen, musik, zusammen kochen und essen oder einfach nur zusammen sitzen und reden. macht für mich definitiv ein stück zu hause aus. und natürlich kommt es auch immer auf die leute an sich an. wenn die wellenlänge nicht stimmt, können duzende leute, die alle nett sind, aber mit denen ich halt null gemeinsam habe, in einer wohnung oder so sein und ich fühl mehr als nicht zu hause. bei einigen menschen fühlt man sich dagegen immer zu hause. egal, wo mein bester freund wohnt, egal in welchem zustand sich die wohnung befindet und wenn in seinem zimmer auch gerade erst nur ne isomatte und ein schlafsack liegen, ich komm rein und fühl mich zu hause. (danke dafür shub!) er ist halt der einzige (ex)freund mit dem ich jemals in einer wohnung und dadurch ziemlich intensiv zusammen gewohnt hab und der mir irgendwie immer ein gefühl von zu hause vermittelt.
zweimal hatte ich schon das faszinierende gefühl, in eine völlig fremde wohnung, von einem eigentlich auch fremden menschen zu kommen und mich auch direkt ein stück weit zu hause zu fühlen. einfach weil sachen die rumstehen, von mir selber sein könnten, weil die musik, die läuft, die richtige ist (und dann ist es definitiv die punk/hardcore/emoschiene) und natürlich auch, weil der mensch dazu passt.
…. denn home ist nun mal where your heart is (kettcar)
hier in hamburg, und das war gestern im auto der eigentlich aufhänger für diese gedanken, fühl ich mich immer nur streckenweise zu hause. ich liebe unsere wohnung und das gefühl nach einem der vielen „ausflüge“ hierher zu komme. aber zu hause fühl ich mich komischerweise am meisten , wenn die wohnung voll ist. wenn leben in der bude ist! die folgen dessen, in einer famlie mit drei mädels aufgewachsen zu sein?!vielleicht bin ich auch ständig zu viel unterwegs, um hamburg wirklich eine chance zu geben, ein richtiges zu hause zu werden, aber wenn ich zu lange am stück hier bin, werde ich auch hibbelig. young and restless…. nur dass ich doch eigentlich langsam in das alter komme, in dem alle von einem erwarten, dass man sesshaft(er) wird. aber zu hause ist kein ort, sondern eher ein gefühl und von daher so flexibel wie ich selbst. irgendwann kann ich das gefühl vielleicht auch wieder an einem ort ausmachen, so wie damals auf der lisztstraße…
4 Kommentare:
Ähm ja. Ich mach's kurz: Scheiß mal auf die Erwartungen, dass macht alles schon mal'n büschen einfacher.
Und Hamburg ist toll. Enjoy it!
Gruß,
S.
keine frage. HH ist wunderschön : ) nur die jute rheinische freundlichkeit fehlt manchmal ein wenig, aber um die hierher zu bringen, simma ja schließlich da...
wär schön gewesen dich auch hier zu haben.
gruss zurück
*b*
hallo mein brittchen, deine in australien verweilende mitbewohnerin schickt dir einen dicken kuss und wenn ich wieder da bin gibt es eine extra portion ZUHAUSE. ich geh jetzt mal zum strand :)
hey liebste mitbewohnerin!
hm... am strand in der sonne könnte ich mich wohl auch ganz gut zu hause fühlen...
for sure gaaaaaaaaanz dicken knutscha zurück!!! freu mich auf dich.
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