2005-12-07

enttäuschung...

okay, okay, im vorfeld zu diesem konzert ist viel erzählt worden. über ebbe in der portokasse und den beef, den die drei eigentlich untereinander haben. aber ich, wie immer ein wenig zu optimistisch, hab vorher nicht gedacht, dass es so schlecht werden würde. lassen wir mal aussen vor, dass ich als punkrockmädchen ja sowieso schon mal mehr auf kleine konzerte mit bühnen, die höchsten ´nen meter hoch sind und irgendwie eine gewisse nähe von band und publikum zulassen, stehe. ein konzert im großen oder größeren stil kann ja vielleicht auch mal ganz nett sein und es soll ja künstler geben, die es auch locker schaffen, selbst da eine gewisse nähe zum publikum aufzubauen. vorausetzung hierfür ist aber wohl, dass sie es auch wollen. was man von mrs. hill gestern abend nicht mal annähernd behaupten kann. die lady hielt es weder für notwendig in irgendeiner form mal sowas wie "hallo", "schön, dass ihr da seid" oder ähnliches zu sagen als sie auf die bühne kam und zwischen den song zog sie es vor, entweder ganz von der bühne zu verschwinden, sofern ihre stimme (oder sollte ich sagen ihr gelangweiltes gesinge oder gerappe) beim nächsten song nicht gebraucht wurde, oder eben mit dem rücken zum publikum am schlagzeug zu verweilen. nette art mit einem haufen leute umzugehen, die mal eben um die 50,- euro für ein konzert ticket ausgegeben haben, was ich glücklicherweise nicht getan hatte. mehr ignoriert hat sie da wohl nur noch pras michel, der sich folglich insgesamt ziemlich im hintergrund hielt und bis auf eine kleine stage dive nummer auch nicht wirklich die nähe zum publikum suchte. einzig wyclef jean, der mir persönlich ja schon fast leid tat, bemühte sich eine erklärung für die großzügige verspätung (man munkelt, mrs. hill wollte, ob der nicht ausverkauften arena, gar nicht auftreten) abzugeben (wenn die mit "the cops stopped us" aus mehr als platt ausfiel), das publikum irgendwie direkt anzusprechen und ein wenig stimmung aufkommen zu lassen. lauryn hill, auf die ich mich eigentlich am meisten gefreut hatte, sah zum einen aus, wie eine zugedröhnte tina turner und ihr einziges problem ausser dem perückenartigen afro im gesicht schienen das um die hüfte geschwungene palituch oder aber ihr kleines pelzjäckchen zu sein. wirklich erbärmlich. mag sein, dass es auf hip hop konzerten allgemein so ist, dass die künstler eine gewisse coolness und arroganz an den tag legen, aber das was die fugees da gestern abgeliefert haben insbesondere auch im umgang untereinander kann nicht normal sein. über den sound, der sich anhörte, wie abiband im schützenzelt brauchen wir gar nicht zu reden. den gesang konnte man folglich sowieso nicht verstehen. das speziell die dame und streckenweise auch die herren ihren text jedoch so lieblos runterlaberten (singen kann man das beim rappen ja nicht nehmen) fiel selbst mir auf. ebenso dass die drei background sängerinnen lauryn hill und die anzahl ihrer tontreffer locker in die tasche steckten. traurige nummer, die sich die drei vielleicht lieber hätten sparen sollen, damit wir sie unseren köpfen und herzen weiterhin als großartige band hätten speichern können. aber wie singt lauryn so schön: "it´s funny how money changes the situation..." erinnert mich an einen ausverkauf, aber einen sehr schlechten! schade eigentlich...

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